Günter Bartoschs Bücher (aus 2013)
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Das hier ist die Fortsetzung einer "Reha" eines Schlaganfalls

Der Beginn der "Geschichte" steht hier. Denn angefangen hatte es am 25. Februar 2016 um ca. 14.30 bis 15.oo mit einem geplatzten Gefäß im Schädel - man nennt es auch "Schlaganfall" oder auf Englisch "Stroke".
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Januar 2017 - weitere Fortschritte

Nachdem die Genesungsfortschritte in November und Dezember 2016 etwas gestockt hatten, geht es mit voller Kraft weiter. Im Seniorenheim wird ein hübsches Zimmer - ja beinahe ein edles Penthaus - verfügbar. Das haben wir besichtigt und als Start für Veränderungen auserkoren. Im 6. Stock mit Blick über einen Teil von Wiesbaden läuft das Leben in eine neue Phase. Und dann war da auch noch der Geburtstag unten im Restaurant mit 12 Gästen, zu dem wir ohne Stock und ohne Hilfe zu Fuß unterwegs waren, alles in Allem ein rundrum gelungener Nachmittag.
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ein edles Penthaus
der Geburtstag im Restaurant

Vielleicht bin ich ja zu pingelig . . . . .

Milchkännchen 1
Milchkännchen 2
Milchkännchen 3

. . . . aber die hier gehören nicht mehr auf den Tisch. Es kann ja mal vorkommen, daß ein Eckchen Porzellan abplatzt, aber gleich 3 auf einmal - und auf einem Tisch - (auf den anderen Tischen standen auch solche angeschlagenen Kännchen rum) ? Fällt das dort wirklich niemandem mehr auf ?

Februar 2017- Ernüchterung

Der Umzug aus dem 3.Stock in das neue größere und vor allem helle freundliche Zimmer (sorry : Apartement) hat toll geklappt. Das Bett ist ok, die weiche Matratze auch, der Ausblick aus dem 6.Stock - Sonnenseite - ist genial, und die Sonne macht durch die Südseite richtg warm, also "fast" alles "paletti". Der Weg ins Restaurant ist jetzt etwas weiter, aber das stärkt die Muskeln. Leider ist die Pflege in diesem Neubau deutlich schlechter als im alten Haus. Es dauert (gefühlt) ewig, bis jemand kommt. Und schreit eine Nachbarin um Hilfe und es kommt über viele Minuten keiner, müssen die umliegenden Bewohner im Rollstuhl ran. Das kann doch wohl nicht wahr sein.

Der beinahe schon versandete Wunsch, hier möglichst schnell wieder raus zu kommen, ist damit schlagartig wieder aufgelebt und motiviert zu deutlich mehr Eigenübungen mit den Händen und den Beinen.
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Febr. - Erfreulich - gehen ohne Stock - auch längere Strecken

Das funktioniert (zur Zeit) natürlich immer nur in Begleitung, denn die Balance ist ab und zu noch etwas hilfsbedürftig. Auch das Hinsetzen und Aufstehen aus ganz normalen Stühlen sogar ohne den obligatorischen (4-füßigen) Stock klappt wunderbar.
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Neu im März 2017 - Gehen ohne Begleitung

Neu : Probesitzen im Chefsessel
Ein Himmelreich für eine Curry-Wurst

Seit ein paar Tagen geht der Patient ganz alleine zur Physio- therapie vom 6.Stock runter ins Untergeschoß und auch wieder zurück, ganz alleine, zwar noch mit der 4füßigen Gehhilfe, aber ohne Begleitung. Und inzwischen geht er auch alleine runter ins Restaurant zum Mittag- und Abendessen. Das zeigt, das Selbstvertrauen steigt so langsam wieder an.

Und jetzt gehen wir diese Woche einen Chefsessel kaufen, einen mit 5 rollenden Beinen und mit bequemer Rückenlehne und breiten Armlehnen und gemütlicher Polsterung zum bequemen Sitzen im Zimmer. Wenn das klappt, ist der Rollstuhl endlich obsolet - was für ein Fortschritt.

Wir waren Einkaufen, bei strömendem Regen .... im trockenen Möbelmarkt. Der rollende Chef-Sessel ist nach ausgiebigem vielfachem (mehrstündigem) Probesitzen bestellt.

Und jetzt eine Curry-Wurst - aber nur, wenn er die selbst mit beiden Händen klein schneidet. Ich habe nachdrücklich und glaubhaft versprochen (die Juristen sagen : glaubhaft versichert), ihm dabei wirklich NICHT zu helfen. Er hat genickt. Und ..... Schaun Sie auf das Bild, die Gabel hat er in der linken Hand ...... und er hat die Wurst in kleine Stücke geschnitten und sämtliche Pommes aufgegessen - lecker - und dazu ein richtiges Bier, ein Freudentag.
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Jahrestag (seit dem 14. März 2016 ist es 1 Jahr her)

Am 14. März 2016 durfte ich zum ersten Mal den Wachkoma-Patienten in der neurologischen Station des Krankenhauses sehen - also besuchen. Er war gerade aus der Intensivstation umgebettet worden. Das ist also genau 1 Jahr her.
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Ein Ausflug in den Kurpark - die Natur wacht auf

Am 23. März war es so weit, wir sind zu Fuß in den Kurpark gewandert, zwar langsam, aber den ganzen langen Weg auf den eigene Beinen, sogar den leichten Berg runter und wieder rauf. Das ehemals gelähmte linke Bein hatte sich wacker "geschlagen". Dann war aber die "Puste" raus.
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April 2017 - Ostern - der neue Chefsessel ist da

Im März hatten wir gemeinsam einen komfortablen Chefsessel begutachtet und bestellt. Jetzt ist er da - und er rollt deutlich besser und leichter als der alte Rollstuhl - zur Zeit rollt er aber noch "zu leicht". Und am Oster-Montag haben wir einen neuen Rekord aufgestellt. Wir sind das Treppenhaus neben dem Aufzug "zu Fuß" !!! runter gegangen, alle 7 Etagen !!! bis in den Keller und ohne den Stock, nur auf den eigenen beiden Beinen. Und dann sind wir noch 3 Male um die lange Rampe herumgegangen, auch ohne Stock und ohne weitere Stützhilfe, nur mit Zeigefinger und Daumen das Geländer "gefühlt". Die Fortschritte kommen also schubweise.
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Der modernste Augencomputer

Mai 2017 - Langsam kommt Bewegung ins Heimleben

Wir waren zusammen beim Augen-Optiker in Hochheim und haben seine Augen mit einem der modernsten Computer-Analyzer dieser Zeit untersuchen und prüfen lassen. Nach etwa 10 Minuten waren so gut wie alle Augenwerte erfaßt und dokumentiert, eine tolle High-Tech- "Einrichtung".
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Der Schwarzwald-Bote in der Nähe von Nagold

Eine Reise in den Schwarzwald

Und am 13. Mai waren wir erstmalig weit weit weg in den Süden Richtung Bad Wildbad gefahren, also etwa 220 Kilometer pro Strecke, den Geburtstag eines uralten Freundes zu feiern. Selbiger hat sich außerordentlich gefreut, daß der genesende Patient das so toll "gemeistert" hatte. In der rechten Hand der tagesaktuelle "Schwarzwald-Bote".
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19. Juli. - Einmal Weltuntergang in Köln und zurück

Am 19. Juli sind wir zusammen nach Köln gefahren, einmal, um ein Teil fürs Fernseh-Museum zu holen und dann, um im Krankenhaus Porz einen Freund zu besuchen. Der Freund, übrigens ein Namensvetter meines Mitfahrers, leidet an "Sklerodermie". Angeblich ist diese extrem seltene Krankheit bis heute nicht heilbar. Doch dann habe ich in der FAZ (FAS) jener Vor-Woche einen Artikel gefunden, wie die Mediziner das Immunsystem "resetten" wollen oder bereits können. Unser beider Besuch - mit einem lebenden Beispiel eines bereits aufgegebenen Patienten - hatte großen Erfolg, die Motivation ist deutlich gestiegen.

Anzufügen ist noch, daß an diesem Tag und genau zu unserer Zeit ein wirklich gewaltiges Unwetter die gesamte Stadt Köln samt Umfeld überflutet hatte. Der Hagel dauerte mehr als 15 Minuten und wir haben im Auto beide den Kopf eingezogen, so hatte es geprasselt. Und dan hatte es über 1 Stunde wie aus Eimern geschüttet. Das Wasser stand teilweise bis zu 40cm auf den Straßen, die wir leidlich geschickt umrundet hatten. Die Unterführungen der Stadtautobahn und der Straßenbahnen waren bis oben hin (fast 3 Meter hoch ) voll gelaufen. Der Parkplatz vor dem Krankenhaus in Porz war flächendeckend überflutet, nur eine kleine Ecke an einem etwas höher gelegenen Baum war noch verfügbar. Um 17.oo war alles total vorbei, als wenn nichts gewesen wäre. Und unser Hyundai I30 hatte keine einzige Beule.
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2. Aug. - Eine Rundreise durch die Möbelhäuser

Angeregt durch eine Werbeaktion von Mann Mobilia wäre eine bequeme Couch für die Gäste sicher sinnvoll. Also sind wir über Ingelheim (Möbel Schwaab) nach Hechtsheim (Möbel Martin) auf Besichtigungsreise gegangen und haben eine sehr schöne bequeme Leder-Couch probegesessen und bestellt. Und die Wege in den Möbelhäusern sind recht weit. Es galt also, eine Menge Meter zu laufen. Am Ende standen wir fast 1 Stunde im Stau - nur von Mainz nach Wiesbaden
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Montag 7. Aug. - über 200m ohne Stock und ohne Halt

Heute wollten wir es wissen. Geht es bereits ohne Stock und wenn ja, wie weit. Mein Patient ist mit kleinen Pausen sowohl 2 Treppen runter wie auch 2 Treppen rauf gegangen und dann bestimmt mehrere hundert Meter um diese Rampe im Keller - mit ganz weiten Schrittenlängen und am Ende kam die Krönung. Ich habe ihn dann den Rückweg ins Appartement alleine laufen lassen, kein Stock, kein Geländer, keine Stütze unter oder am Arm, ich bin einfach nur neben her gegangen. Und es waren bestimmt 200 Meter - ein Highlight.
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Sept.-Okt.-Nov-2017 - Die Genesung stockt ziemlich

Die wundeschöne schwarze Leder-Couch ist da, aber so richtige Freude kann nicht aufkommen. Irgendwie verleitet die Rundumbetreuung zum schleichenden Faul- und Bequem- werden. Es wird ja wirklich an alles gedacht, selbst die Pillen kommen Morgens, Mittags und Abends abgezählt in Tüten - jeden Tag - pünktlich.

Zwei unerwartete Stürze im eigenen Zimmer wecken die alten Ängste wieder auf und schon war es vorbei mit dem in den letzten Wochen sowieso relativ geringen Eigen-Engagement. Das stetige Üben und Trainieren der Arm- und Beinmuskulatur fällt zemlich schwer.
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Zudem wird es Herbst und jetzt Winter und die Tage werden kürzer und natürlich sehr oft trübe. Da könnte der wunderschöne (Penthaus-) Blick über Wiesbaden eventuell hinderlich sein. Denn jetzt ist ein trüber früher Morgen sofort sichtbar, bis dann doch die Sonne hervorkommt. Vorher hatten das die vielen Bäume mit Blättern und Laub drauf optisch abgefangen. Dieser Morgen-Nebel macht sogar mir zu schaffen. Das dämpft die Laune.

Die Geschicklichkeit mit der linken Hand hat sich deutlich verbessert, die Beweglichkeit der von der typischen Spastik blockierten linken 3 Finger jedoch nur unwesentlich. Es wäre erheblich mehr Willen und Eigenantrieb notwendig, um das zu beschleunigen.
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Es geht immer wieder ein Stück weiter - bald ..........

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