Günter Bartoschs Bücher (aus 2013)
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Das ist Teil 4 der ausgelagerten Ereignisse . . . .
und es geht weiter mit der erlösenden Nachricht :

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Sonntag der 3.7.2016 - die erlösende Nachricht kam um 19.30

Am Abend waren wir um 17.oo im Cafe Pizza essen und die hatte wirklich gut geschmeckt und natürlich gab es noch ein Eis hinterher. Nichts war übrig geblieben. Mit gutem Zureden wurden dann im Zimmer auch noch 2 Käsebrote vertilgt. Und um 18.30 war die Laune wirklich super und ich hatte mich verabschiedet.

Um 19.30 kam bei mir Zuhause telefonisch aus dem Seniorenheim die Nachricht an, daß die Ehefrau heute um 14.oo verstorben sei. Da nach landläufiger Historie dem Überbringer schlechter Nachrichten immer der Kopf abgehackt wurde, hatte ich erst etwas überlegt, bin dann aber doch zum zweiten Male - mit viel Zeit im Gepäck - hingefahren und habe den Ehemann so dezent wie möglich darauf vorbereitet. Er hat es erstaunlich gefaßt aufgenommen. Die bohrende Ungewißheit war damit endlich vorüber. Und das EM-Fußballspiel sorgte dann am späten Abend für die dringend nötige Ablenkung.
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Am Montag war die Stimmung wieder gut

Da ja seit mehreren Wochen so ziemlich sicher fest stand, daß bei der Ehefrau der Krebs am Ende unheilbar war, ließ sich der Ehemann nur wenig von der inneren Trauer anmerken. So hat meine mehrstündige Anwesenheit für die notwendige Ablenkung gesorgt und die angestoßenen Themen der Zukunft gaben sicher auch neue weitere Denkanstöße.
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Dienstag - üppige Salatbar mit Melonen und frische süße Erdbeeren

Die Überrraschung war wieder mal gelungen. Nudelsalat, Fleischbällchen mit scharfer Soauce, eiskalte Melonen, süße Erdbeeren, gewaschen und mungerecht geschnitten, das hat super geklappt. 2 Brote hatte er bereits vorher gegessen, zwei hatte ich zusammen mit ihm gegessen Und danach waren wir bei wunderschönem Sonnenschein wieder unten Eis essen.

Mittwoch und Donnerstag

Wir waren sowohl wieder Pizza essen und die Freundin Nora hatte amTag darauf wieder gut gekocht. Dazu gibts fast jeden Tag 15 Minuten am Heimtrainer Radeln - zur Zeit noch unter Aufsicht.
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Freitag - Sonne im Herzen - er lacht wieder

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Ohne Kommentar
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Die Woche vom 11.7.2016

In dieser Woche war ich an drei Tagen nicht in Wiesbaden und das ist aufgefallen, denn es ist schon recht langweilig, wenn an einem einzelnen Tag gar keiner kommt. Das können auch der Fernseher und die zwei oder drei Therapie-Halbestunden nicht ausgleichen. Mit dem linken Bein gehts aufwärts und die linke Hand sowie der Arm machen auch Fortschritte, obwohl das neue Injektionsmittel (Botox) immer noch nicht da ist. Der fukelnagelneue Rollstuhl geht doch etwas leichter als der alte aus der Klinik. Inzwischen rollert er mit beiden Beinen runter ins Cafe, auch wenn es ab und zu noch Schmerzen hervorruft.

Besonders erwähnenswert ist, daß er mit der linken Hand und etwas Mühe den Jogurt Becher bereits umfassen kann - siehe Bilder. Auch das Eis als Belohnung zeigt enorme Wirkung. Mit dem DART Spiel mit den beiden Klett-Pfeilen konnte er jetzt selbst die noch vorhandenen Defizite bei seiner Motorik erkennen. Wir arbeiten dran.
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Toll, die linke ehemals voll gelähmte Hand lebt wieder auf, zwar ganz langsam, aber immerhin.
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Neu: den Joghurt Becher in der linken Hand - zum Vergrößern auf die Bilder klicken

Dienstag am 18.7. - Leider mein Ziel (noch) nicht erreicht

Der Patient soll am 27.7. aus der Reha-Klinik entlassen werden. Mein Ziel war es, daß er dort auf den eigenen 2 Beinen raus gehen kann - sicher sehr sehr langsam, aber auf den eigenen Beinen. Das Ziel ist doch in etwas weitere Ferne gerückt. Geduld ist angesagt. Auch das mit dem Botox (und auch hier) hat bis heute nicht geklappt, obwohl es letzte Woche bereits angewendet werden sollte - warum auch immer.

Doch wir denken positiv
und sehen der neuen Situation im Seniorenheim gelassen entgegen. Der Umzug ist für Mittwoch den 27.7.geplant, da zuerst noch die Magensonde entnommen wird. - Korrektur - die Magensonde wird bereits am Montag dem 25.7. entnommen.
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Mittwoch und Donnerstag

Es war sehr sehr heiß, selbst am Donnerstag war es immer noch heiß - trotz Dauerregen über Nacht. Inzwischen klappt das "Rollern" (Fortbewegen) mit beiden Beinen ohne Hilfe der rechten Hand recht gut. Der Patient kann mit dem linken Bein sogar wieder feste auf den Fußboden aufstoßen (trampeln) sowie den gesamten Fuß neigen und kippen. Es fehlt nur noch etwas mehr Kraft. Und Heute gab es im Cafe Hähnchengeschnetzeltes mit Nudeln - leider fast ohne Hähnchen, denn die Brocken hatte ich bei mir im Reis.
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Abends in der Cafeteria schmeckts herrlich

Freitag 22.7. - es ist wieder sehr heiß und schwül

Am Dienstag dem 9. Aug. 2016 (das mit dem 5.8 und 7.8. wurde geändert) findet die Urnenbeisetzung im Wald statt. Angedacht für den Beginn ist ca. 13 Uhr - der Beginn liegt nämlich an dem Förster, der diesen Friede-Wald betreut. Näheres kommt per Mail.
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Samstag und Sonntag - plötzlich Dünnsch.......

Irgend etwas war schief gelaufen, der Patient hatte am Samstag auf einmal heftigen Durchfall bekommen und die Entfernung der Magensonde am Montag Früh stand auf der Kippe. Am Sonntag war der Durchfall vorbei, aber essen und auch trinken durfte er sowieso nichts mehr. Damit gabs auch kein Eis, aber die Stimmung war am Sonntag Abend trotzdem ganz gut.
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Montag am 25.7. - die Magensonde ist endlich raus

Und der Patient lächelt wieder. Es bleibt für mich nach wie vor ein "Rätsel", warum die Magensonde noch so lange "verblieben" war, obwohl sie seit mehreren Wochen gar nicht mehr benutzt, sondern nur noch (täglich mit Wasser) gereinigt wurde. Jedenfalls ist sie jetzt raus und es gab schon wieder ganz normales festes Essen mit Braten und Gemüse und Abends Käsebrot und sogar - wie man sieht - mehrere Quarkspeisen.
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Das war schon der 2. Becher mit Quarkspeise
ein Blick unter die Bettdecke zeigt das Pflaster
noch wenige Tage, dann ist alles weg

Übrigens, die eigentliche "Wunde" unter dem Pflaster ist nicht mal einen halben Zentimeter groß und sie soll in wenigen Tagen gar nicht mehr zu sehen sein.
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Dienstag - Die Erwartungshaltung steigt stündlich

Das letzte Abendessen in der Reha-Klink vor der Entlassung

Sie können von ganz oben an nachlesen, wie lange der Patient jetzt in einer Klink war und wie der Verlauf der Genesung geklappt hatte. Jetzt wird es Zeit, die Klinik(en) hinter sich zu lassen und an das neue Leben zu denken.

Am Dienstag Abend sind 2 Reisetaschen bereits gefüllt, die 3. kommt kurz vor der Abreise am Mittwoch früh dran. Natürlich macht sich auch eine gewisse Anspannung und Nervosität bemerkbar.
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Übrigens, die wenigsten Bilder sind gestellt.

Bei den meisten Bildern lacht er ganz von selbst, weil es ihm wieder gut geht.
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